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Zehn

Kleines Jubiläum: Vor zehn Jahren stand ich das erste Mal auf der Bühne. 

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20. Januar 2017

Genau heute vor zehn Jahren habe ich das erste Mal selbstgeschriebene Texte vor einem Publikum vorgelesen. In Trier war das. Der Laden hieß Produktion und meine Texte hießen Tugenden der Faulheit und Nachtrhythmus. Ich war 21, meine Stirn glatt wie ein Marmorboden, das Bündchen meines H&M-Pullis ausgeleiert, und mein ganzer Körper zitterte, als ich auf die Bühne musste, obwohl ich vorher so schnell zwei Bier getrunken hatte, wie nie zuvor.

Es war dann für alle eine Zumutung, echt schlimm, völlige Selbstdemontage, Fremdscham vor der Bühne. Also insgesamt auch eine große passionierte Erfahrung. Ich wollte jedenfalls weitermachen, die ganze Welt hatte sich an diesem Abend in literarischen Stoff verwandelt, und ich begann richtig zu schreiben, mit der fixen Idee, daraus eine Existenzform für mich zu machen.

Foto: Johanna Saxen

Das Zittern ging irgendwann weg, die Texte wurden, ja doch, kann man sagen, besser. Was folgte, waren hunderte Slam-Auftritte, Lesungen usw. zwischen Flensburg und Zürich. Die erste Gage von der Pelmke in Hagen, ein gewonnener Schraubenzieher beim Slam in Gießen. Und dann, 2010, die Aufnahme in die KSK. Den Menschen, die mich dabei unterstützt haben, dass ich heute hier so sitzen kann, bin ich unendlich dankbar. Es war und ist oberbombefettgeil mit euch arbeiten und befreundet sein zu dürfen. Danke! Bis hierhin, als nächstes dann: Weltherrschaft.