Widerwillig, belanglos und wie Giovanni
Die Presse kommentiert die Premiere der Humorprofis mit Heinz Strunk vom vergangenen Dienstag unterschiedlich. Auszüge.
"[...] Anscheinend ein noch stärkerer Widerwille als beim Anblick einer kenianischen "Waldnutte" überkommt Strunk, als ihn Steinhoff bittet, auf einem der roten Sessel neben dem Lesetisch Platz zu nehmen. Gleich beim ersten Thema, mit dem der Gastgeber das Eis brechen will, lässt ihn der Schriftsteller auflaufen. Strunk mag nicht über die Sportübungen sprechen, die er in seinem Reisebericht erwähnt. Er will auch nicht über seine Daddelleidenschaft reden, er möchte sich gerade über gar nichts unterhalten. Gelangweilt und genervt fläzt er sich im Sessel, reibt sich die Augen, kratzt sich an der Schläfe und ringt sich ein paar Angaben über aktuelle und zukünftige Projekte ab. [...] Nach 15 Minuten erlöst Steinhoff sich und Strunk."
Christian Jöricke, 16vor.de
"[...] Dann lud Steinhoff den Autor aufs rote Clubsesselchen zu einem deutlich an den Stil eines Giovanni-di-Lorenzo-Fernseh-Talks angelehnten Gespräch über seine Person und Arbeit. Zwar gut gedacht, geriet das aber mangels harmonierender "Chemie" zu einer zähen Angelegenheit. Weder Steinhoffs locker vertraulicher Ton noch kleine provokante Sticheleien vermochten wirklich erschöpfende oder schlagfertige Antworten aus dem Gast herauszukitzeln. Strunk machte keinen Hehl daraus, in Sachen Selbstdarstellung lieber Eigenregie führen zu wollen."
Anke Emmerling, Trierischer Volksfreund
"[...] Zwischen Künstler und Moderator funktionierte das Zusammenspiel ganz und gar nicht, was außerordentlich schade war, zeigte sich Strunk doch durchaus als witziger und geistreicher Gesprächspartner, der aber ob der belanglosen Stichworte und Fragen Steinhoffs leicht irritiert wirkte. Beide lagen betont müde in ihren roten Sesseln und plauderten über Männergymnastik, Glücksspiel und die vergangenen und kommenden Großtaten Strunks. Näher kam man dem Künstler damit wohl eher nicht. Erleichterung machte sich breit, als das "Gespräch" schließlich recht schnell zu Ende war und der Autor sich wieder dem Vortrag widmete, ein zweiter Fragenblock war zum Glück nicht vorgesehen."
Andreas Gniffke, 5vier.de